Eros ist nicht nur unaufrichtig, sondern auch unkritisch. Er weiß ja nichts von dem Andern im Andern. Er sieht im Andern nur den, der er ist. Er „liebt“ ihn in seiner nicht-existentiellen Existenz, ohne zu merken, daß dies eben sein „Böses“ ist. Liebe aber ist das beständige Erwählen und Verwerfen des Andern, das Erwählen dessen, was er nicht ist (und dies ist sein „Gutes“ !), das Verwerfen dessen, was er ist (und dies ist in seiner Totalität sein „Böses“ !)

 

(Karl Barth)