Die Regeln der Kunst

Die semantische Unschärfe von Begriffen wie Schriftsteller oder Künstler ist gleichzeitig Ergebnis und Voraussetzung der Kämpfe um die Durchsetzung einer Definition. Insofern bilden sie selbst einen Bestandteil der zu interpretierenden Wirklichkeit. Auf dem Papier in mehr oder weniger willkürlicher Weise Fragen zu entscheiden, die es in der Wirklichkeit nicht sind – etwa die, ob dieser oder jener Anwärter  auf die Bezeichnung Schriftsteller (usw.) zur Population der Schriftsteller gehört -, heißt vergessen, daß das Feld der Kulturproduktion Schauplatz von Kämpfen ist, die über die Durchsetzung der gültigen Definition des Schriftstellers auf die Begrenzung der Population derer zielen, die berechtigt sind, am Kampf um die Definition teilzunehmen.

 

(Pierre Bourdieu)

 

 

 

Die Regeln der Kunst

Jede einzelne Verhaltensweise jeder Person präzisiert somit das System der Unterschiede, die diese von allen anderen Mitgliedern der Experimentalgruppe abheben, ohne die ursprüngliche Formel je zu vergrößern. Denn jede Person ist vollständig in jeder ihrer Äußerungen enthalten, diese, als pars totalis, dazu bestimmt, als unmittelbar verständliches Zeichen für alle anderen, vergangenen wie zukünftigen, zu fungieren.

 

(Pierre Bourdieu)

Römerbrief

Eros ist nicht nur unaufrichtig, sondern auch unkritisch. Er weiß ja nichts von dem Andern im Andern. Er sieht im Andern nur den, der er ist. Er „liebt“ ihn in seiner nicht-existentiellen Existenz, ohne zu merken, daß dies eben sein „Böses“ ist. Liebe aber ist das beständige Erwählen und Verwerfen des Andern, das Erwählen dessen, was er nicht ist (und dies ist sein „Gutes“ !), das Verwerfen dessen, was er ist (und dies ist in seiner Totalität sein „Böses“ !)

 

(Karl Barth)

Vocal

I like the people

I like the song

This is my kind of music

They play it all night long

I like the singer

He’s lonely and strange

Every track has a vocal

and that makes a change

 

(Pet Shop Boys)