Aufzeichnungen 1991-2001

„Ich glaube, mit Auschwitz hört die (klassiche) Geschichte von Christentum und Judentum auf. Wenigstens ist, was danach folgt, keine geistige, keine kulturelle und auch keine (im jüdisch-christlichen Sinn verstandene) religiös-seelische Geschichte mehr. – Warum sich Auschwitz also zu einem viel signifikanteren Ereignis unter den gewohnten verabscheuenswürdigen Ereignissen ethnischer und im Umkreis religiös-ideologischer Fanatismen üblicher Menschenausrottungen erhebt, hat seinen Grund gerade in dieser substantiellen Bedeutung; Auschwitz ist die Manifestation des Erlöschens einer zweitausendjährigen Kultur.“ (Imre Kertész)

Fadensonnen

„DIE KÖPFE, ungeheuer, die Stadt, / die sie baun, / hinterm Glück. // Wenn du noch einmal mein Schmerz wärst, dir treu, / und es käm eine Lippe vorbei, diesseitig, am / Ort, wo ich aus mir herausreich, // ich brächte dich durch / diese Straße / nach vorn.“ (Paul Celan)

Nur Narr ! Nur Dichter !

In den vergangenen Tagen hatte ich das Vergnügen, mit den anderen Teilnehmern des Peter-Szondi-Kollegs in Osnabrück, das nun mittlerweile seit zehn Jahren besteht, späte Gedichte Nietzsches sowie Abschnitte aus dessen Zarathustra zu interpretieren. Es ist sicherlich nicht selbstverständlich, daß in solch einem speziellen wissenschaftlichen Kontext, in dem ich die Rolle des quasi beruflich schreibenden, im Rahmen der gemeinsamen Lektüren implizit auch das eigene „Handwerk“ reflektierenden Gastes innehatte, eine so freundlich gelassene und gleichzeitig enorm auf den Gegenstand konzentrierte Atmosphäre herrscht.

Veröffentlichungen

Der kleine Gedichtband Das Glühen in den Fingerspitzen, im Rahmen des Lyrik-Stipendiums am Buchhaus Loschwitz in Dresden entstandenist nun endlich erschienen und kann über jede Buchhandlung bzw. via Amazon bezogen werden. Außerdem finden sich in der neuen Ausgabe der Literaturzeitschrift trashpool ein paar neue Gedichte meinerseits.

Die Geburt der Tragödie

„Ja, meine Freunde, glaubt mit mir an das dionysische Leben und an die Wiedergeburt der Tragödie. Die Zeit des sokratischen Menschen ist vorüber: kränzt euch mit Epheu, nehmt den Thyrsusstab zur Hand und wundert euch nicht, wenn Tiger und Panther sich schmeichelnd zu euren Knien niederlegen. Jetzt wagt es nur, tragische Menschen zu sein: denn ihr sollt erlöst werden. Ihr sollt den dionysischen Festzug von Indien nach Griechenland geleiten ! Rüstet euch zu hartem Streite, aber glaubt an die Wunder eures Gottes !“ (Friedrich Nietzsche)