In den Songs von Richard Hawley, dessen neues Album soeben erschienen ist, geschieht etwas Erstaunliches, etwas, das nur wenigen Liederschreibern und Dichtern noch gelingt: Die abgründige Melancholie, die sie, auch in den schnelleren Stücken, durchdringt, teilt sich nicht als eine bloß subjektive Stimmung mit, in die sich der Hörer dann gemütlich fügen könnte – sie ist in ihnen vielmehr zu einer Form geworden, zu einer Persona im antiken Sinne, durch die hindurch auch die Stimme des Hörenden, als ihr eigentliches Subjekt gewissermaßen, ertönt.

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“Die Träne, halb, / die schärfere Linse, beweglich, / holt dir die Bilder.”

 

(Paul Celan)

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Aber gestern, am späten Abend noch, auf dem Balkon sitzend, die Lichter von der Förde her,  die Stimmen der Nachbarn vom Hof unten, die Hände auf meinen Lippen, als ich die Augen schloß.

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Das mit dem Leib wäre geklärt, sagte sie, aber wie werde ich die Seele los ?

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Und was machst du heute noch so ? Die Arbeit am Verschwinden wird fortgesetzt.

 

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Meine Güte, ja, dann erschlag mich doch einfach.

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Nur noch die so seltenen, aber doch jederzeit möglichen Glückserfahrungen mit Literatur sollen dich in Zukunft beschäftigen, bestärken, beseelen, wie zurzeit etwa das Lesen von Botho Strauß’ Roman “Rumor” sowie der Gedichte Goethes; alles andere kannst du getrost den Anderen überlassen.

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“Heaven burn me / Should I swear to fight once more”

 

(Mark Hollis)

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Ein ganz gewöhnliches Ullstein-Taschenbuch aus dem Jahr 1982, in einem Antiquariat gekauft, und es ist größer, schöner, kräftiger gedruckt als alles, was ich in den vergangenen Jahren gelesen habe.

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