Sisyphos

„Eine Stufe tiefer – die Fremdheit: wahrnehmen, dass die Welt dicht, ahnen, wie sehr ein Stein fremd ist, auf nichts zurückzuführen, und mit welcher Intensität die Natur oder eine Landschaft uns verneinen kann.“ (Albert Camus)

Orpheus

Vor kurzem ist nun endlich, bei Wallstein, jenes Buch erschienen, an dem alle Beteiligten seit 2007 intensiv gearbeitet haben – der von Christoph König und Kai Bremer herausgegebene und kuratierte, von den Teilnehmern des Peter-Szondi-Kollegs an der Universität Osnabrück geschriebene Kommentarband zu Rilkes Orpheus-Sonetten, zu dem ich selber auch zwei Texte beitragen durfte.

(http://www.wallstein-verlag.de/9783835317017-ueber-die-sonette-an-orpheus-von-rilke.html)

 

Die gebrannte Performance

In Dresden hatte ich mir „Die gebrannte Performance“ gekauft, den akustischen Nachlaß von Thomas Kling, eine Zusammenstellung von Lesungsmitschnitten und Interviews, und nun, nach dem ersten bewußten Hören, habe ich den starken, aber auch irritierenden Eindruck, daß das Performen bei Kling ein Werk für sich ist, das auch vollkommen unabhängig von den gedruckten Texten wahrgenommen werden kann.

Die Errettung des Schönen

„Verdecken, Verzögern und Ablenken sind auch raum-zeitliche Strategien des Schönen. Das Kalkül des Halbverdeckten erzeugt einen verführerischen Glanz. Das Schöne zögert mit dem Erscheinen.“ (Byung-Chul Han)

Violinkonzert

Gegen Ende des ersten Satzes von Schumanns Violinkonzert, wie ich es gestern in der Interpretation von Isabelle Faust sowie dem Freiburger Barockorchester unter Pablo Heras-Casado mir anhörte, gibt es einige enorm rätselhafte, in dieser Deutung unabweisbar beklemmende Takte, bevor das kräftige erste Thema wiederkehrt, in denen die Musik nicht bloß stillzustehen scheint, sondern vielmehr, wie in einigen Sätzen der späteren Symphonien Bruckners, in sich selber zu verschwinden droht.

Bienenschwarm

In den vergangenen Wochen las ich Jan Wagners kürzlich erschienenen Auswahlband „Selbstporträt mit Bienenschwarm“, und ich war einerseits beeindruckt von der Konsistenz dieser Gedichte in Ton und Form, aber vor allem von der Diskretion Wagners im Umgang mit der Fülle an Material und Wissen, die in den Texten verarbeitet worden ist: Diese sprechen, bei aller augenscheinlichen Narrativiät – die formale, immer wieder auch problematische Nähe zur kurzen Prosa wirft einen Schleier der Geläufigkeit über den verhüllten existentiellen Kern dieser Gedichte – vor allem von sich.

The Pop Kids

„They called us The Pop Kids / ‚cause we loved the pop hits / and quoted the best bits / so we were the Pop Kids / I loved you“ (Pet Shop Boys)

Fibeln

„Auffahrendes ohne Seele lesen, die kaum mehr erkenntliche Arbeit in / einem Ding.“ (Daniela Seel)